Menschheit am Abgrund

ISBN 978-3-7467-3109-4   (Buchhandel, Amazon)

 

 

Wissenschaftler, Gellehrte und ein Teil der Menschheit nehmen eine steigende Veränderung bei den Menschen fest, nichtwissend, dass nur ein Drittel der Menschheit mit Humanität geprägte Menschen sind. Der übrige Teil der Menschheit sind schlafende Bestien des Teufels und deren Religion eine Religion des Teufels. Der Weckruf der Bestien überzieht den Globus mit teuflischer Grausamkeit. Drei Ableger des Teufels führen die Teufelsbrut, um durch Vernichtung der humanen Menschheit den Weg zur Parallelwelt zu ebnen. Der Abwehrkampf scheint ausweglos zu sein.  Nur Nordamerika, Teile von Europa und in Afrika ist es Namibia, die noch den Ansturm der Bestien standhalten können.  

Sechs Freunde versuchen nach Namibia zu flüchten, erleben die bestialische Brutalität, unsagbares Leid, werden auf der Flucht getrennt und es besteht wenig Hoffnung, dass sie jemals Windhoek erreichen können. 

Als vor über 50 Jahren Ralf Hansen den Ruf der Schöpfung empfängt, ahnte er noch nicht, was ihm und sein Freund Uwe Prade und Ewigkeitsbegleiter erwartet.  Mit göttlichen Waffen der Schöpfung nehmen sie den Kampf auf. Es wird ein Kampf der Giganten. 

Als der Teufel erscheint und das Sonnensystem an sich reißen will, steigt die Schöpfung herab...

Leseprobe

 

 

 

Mai 1999 

Langsam stieg die Sonne empor und es kündigte sich ein neuer Tag an. Ein Tag, wie jeder andere. Ein Tag welcher keine Zeit kannte. Ein Tag voller Einsamkeit.  Er schaute gedankenversunken auf das Meer hinaus, das still vor ihm lag und in ihm drängten sich Erinnerungen auf. Seine Gedanken katapultierten ihn in die Vergangenheit.  In die Vergangenheit des Jahres 1945, das Jahr als alles begann. Er musste an seine Mutter denken, an seinem Vater, an Herbert seinem Bruder, an Uwes Vater Hans, an die Flucht, an die Gefangenahme durch die Russen, an den Major Anton Karmenkow und an die vielen Freunde. Und dann an Ina, seine große Liebe die selbst nach dieser langen Zeit nicht versiegen wollte. Ina, welche er nie vergessen werde und als dann der Abschied kam, wollte er die Schöpfung verfluchen. Er hatte ihnen etwas aufgebürdet, etwas, was ihm und seinem treuen Freund Uwe in grenzenlose Einsamkeit stürzte, - aus dem es kein Entrinnen mehr gab. Die Schöpfung hatte ihm eine unvorstellbare Macht übertragen, um das Grauen, den Splitter der Schöpfung zu vernichten. Ausgerechnet er, der mit viel zu starken Gefühlen behaftet und nie ein Held war und sein wollte. Aber er hatte sich verändert. Seine Liebe zu den Mitmenschen war weiterhin stark geprägt, dagegen bei einer Vollstreckung wurde er hart und kämpfte mit seiner ganzen Macht. Was hatte das Geisteswesen ETWAS ihn übermittelt? Die Schöpfung ist voll von Liebe, aber unerbittlich wer sich der Ordnung wiedersetzt. Er spürte, dass ihm das übertragen wurde. Er wusste, wenn das teuflische Grauen nicht besiegt wird, nicht nur das Ende der Menschheit bedeutet, sondern auch die Ordnung des Kosmos zerstört wird und dem absoluten NICHTS Platz macht. Er hatte sich gegen die Felswand gelehnt und starrte in den Himmel, seine Augen besaßen einen starren tiefen Ausdruck, sein Gesicht drückte Entschlossenheit aus und er schrie hinaus: Gott, du hast uns die Unsterblichkeit geschenkt aber auch die grenzenlose Einsamkeit mitgegeben. Warum gerade ich und warum auch mein Freund? Warum? Warum? 

Leichter Wind zog auf. Dicke schwarze Wolken bildeten sich und es wurde Nacht. Er fühlte sich schwach und musste sich auf den Boden legen und ahnte, dass er der Grund war. Aus dem Wind wurde ein Orkan. Ein gewaltiger Blitz schlug in den Felsen ein. Steinbrocken stürzten herab. Der Donner schien keine Zeit zu kennen und wirkte durch die lange Dauer unnatürlich. Schlagartig trat Ruhe ein. Kein Lüftchen wehte mehr. Die Schwärze des Himmels und die aufkommende absolute Dunkelheit ließ ihn erschauern. Sein Körper bebte und er meinte keine Zeit mehr zu kennen. Alptraumartige Angst beherrschte ihn, als sich aus der Schwärze der Nacht eine blaue Kugel bildete, sich ihm langsam näherte und ihn einschloss. Er spürte wohltuende Wärme und Liebe die sich in seiner Seele ausbreitete. Die Angst schwächte sich immer mehr ab, tiefer Friede breitete sich aus und er wurde von der Allmacht Gottes eingenommen. Übergangslos flossen ihm Stärke, Macht und Erkenntnisse zu. Sein Körper wurde zu einem Vulkan, er brannte und glaubte an das Ende. Als er sich aufgab, trat Ruhe ein. Die Liebe, die er anfänglich empfing nahm ihn wieder im Beisitz. Er öffnete sich und wusste zugleich, dass ihn die Schöpfung zum entscheidendem Kampf gewappnet hatte. Als ihn die blaue Kugel freigab, verankerte sich ein Gedanke. Du bist jetzt der Terminator

 

Langsam kam er zu sich, alles schien wieder wie vorher. Aber er war der Terminator geworden, mit einer göttlichen Macht und mit einem Wissen und Kenntnissen verstand er jetzt die Ordnung.  Er lag am Boden und sein Körper weigerte sich aufzustehen. Alles schien, als wäre nichts geschehen. Der Himmel zeigte sein schönstes Blau. Die Sonne strahlte in seiner ganzen Kraft. Auf dem Meer sah er in der Ferne ein Kreuzfahrtschiff kreuzen. Langsam kam er zu sich. Was war das? Diese Schwärze, dieser grelle Blitz mit dem minutenlangen Donner, die blaue Kugel die ihn umschlossen hatte. Was war das? War das die Schöpfung? Oder ein Teil von ihm? Und dann diese unbegreifliche Macht die ihn übertragen wurde. Er wusste, dass ihm dieses Erlebnis in aller Ewigkeit erhalten bleiben wird. Aber auch, dass er sich dem Teufel stellen musste. Heute wurde ihm erst richtig bewusst, dass die Entscheidung über das Universum Gestalt angenommen hatte. Seine Gedanken über dieses unbeschreibliche Erlebnis wurde gestört, als er Uwe laut schreien hörte: 

„Ralf, wo warst du?“ er rannte auf ihn zu und umarmte ihn. 

„Ich bin schon eine Weile hier“, antwortete er und wusste zugleich, dass das nicht stimmen konnte. 

Uwe löste seine Umklammerung, legte seine Hände auf seine Schulter, sah ihn in die Augen und sagte erregt: 

„Eine Weile? Eine Weile?  RALF, d r e i   Tage habe ich dich gesucht.“ 

„Drei Tage?“ Eine schreckliche Ahnung beherrschte seine Sinne. „Wurde es am Tag auch einmal Nacht?“ 

„NEIN, drei Tage nur Sonnenschein.“ Er drehte sich herum und ging schweigend mit hängendem Kopf auf und ab. „Jetzt verstehe ich.“, sagte er fast flüsternd.  „Die Schöpfung war in dir. In dem Geisterwesen ETWAS gibt es keine Nacht.“ Er setzte sich auf einen Stein, stützte seinen Kopf mit den Händen ab und schwieg. 

Ralf starrte unbeweglich auf das Meer. Das Meer erschien von hier unendlich wie der Kosmos. Der Kosmos unendlich? Nein, das konnte er nicht begreifen. WAS oder WER war die Schöpfung? Nicht einmal das Geisteswesen ETWAS konnte ihm diese Antwort geben. Er riss sich aus seinen Gedanken, setzte sich neben seinem Zeitbegleiter und Freund und sagte: Ich muss dir über mein unbegreifliches Erlebnis erzählen.“ 

Die Sonne hatte eine rote Farbe angenommen und war dabei sich zu verabschieden, als er mit seiner Erzählung abgeschlossen hatte. Nach längerem Schweigen begann sein Freund: 

„Die Schöpfung schenkte uns wohl die Unsterblichkeit aber damit auch die grenzenlose Einsamkeit. Denn Generationen werden kommen und gehen und sie werden uns zurücklassen.  Wir wurden als Wächter und du dazu noch als Terminator bestimmt, um gegen die Teufelsbrut zu kämpfen. Doch Freundschaft und Liebe sind für uns nur ein kurzes Geschenk der Zeit.“ 

„Ich muss an Ina denken“, erwiderte er traurig. „Warum kann ich sie nicht vergessen? Warum hat die Schöpfung sie mir nicht gelassen? Die Zeit hat sie, .... wie alle anderen weggerafft.“ 

Er ging zum Felsen, der sich wie ein gewaltiger Finger zum Himmel streckte, öffnete das Geheimfach und entnahm Inas letzten Brief, den er auswendig kannte aber von Zeit zu Zeit immer wieder lesen musste. Die Handschrift war das einzige was übriggeblieben war. Und die Erinnerung, welche sich für alle Zeiten eingebrannt hatte.  Und wieder las er ihren letzten Brief und konnte seine Tränen nicht zurückhalten: 

 

Mein Iiiiigor, mein Geliebter, meine große Liebe. Verzeih mir. 

Verzeih mir, dass ich Dir diesen Schmerz habe antun müssen. Ich konnte nicht mehr ansehen, wie ich immer älter wurde. Und ich wollte nicht, dass Du Dich eines Tages von mir abwendest. Denke an die schöne Zeit, die uns gegeben war glücklich zu sein. Behalte mich in deinen Gedanken bei allen Deinen Zeitreisen. Vielleicht wird uns die Schöpfung eines Tages zusammenführen. 

Ich liebe Dich und bis zu meinem Einschlafen bist nur Du bei mir. Ich werde jetzt müde und trete die lange Reise an. 

Verzeih mir. 

Deine I n a 

 

Er faltete den Brief wieder zusammen und verschloss ihn wieder in den Felsen. Diesen Brief sollte niemand finden und wenn ihn doch jemand in den Händen hielt, dann würde dieser zu Staub zerfallen. Er wischte seine Tränen aus dem Gesicht, setzte sich wieder neben seinem Freund. Inzwischen war die Dunkelheit hereingebrochen. 

„Du solltest den Brief von Ina nicht mehr lesen. Oder soll ich Igor sagen?“ 

Darauf wollte er nicht antworten. Doch bald mussten sie Lanzarote verlassen. Alle 10 Jahre mussten sie immer wieder weiterziehen, da sie durch ihre Nichtalterung Verdacht erregen würden. 72 Jahre waren sie alt, aber das Aussehen von 30 Jahren besaßen. Sie liebten das kleine gekaufte Haus auf dem Felsen, das Abseits jeglichem Ferientrubels stand.   Sie liebten die Ruhe, die wunderbaren Sonnenuntergänge, das Meer, das sich vor ihnen ausbreitete und hier tankten sie immer für ihren bevorstehenden Kampf auf. Die Menschheit stand am Abgrund und mit ihm der Kosmos. Er musste mit Uwe den Teufel besiegen und es gab ihm die Kraft, die Schöpfung und das Geisterwesen ETWAS hinter sich zu wissen. Uwe erhob sich und forderte ihn auf: 

„Es ist Nacht. Lass uns ins Haus gehen. Gott hat uns wenigstens noch den Schlaf gelassen.“ 

„Und den Hunger und den Durst. Aber leider auch die Liebe.“ 

„Es geht um die Liebe, Ralf. Deshalb, ...“ 

„Bitte schweig.“ 

 

 

Anfang August 

Alpträume werden wahr 

Alles war für den Umzug nach Deutschland fertig. Jürgen Wagner hatte in Dossenheim bei Heidelberg ein kleines Haus gekauft und er konnte den Abflug in 14 Tagen kaum erwarten. Sie hatten Jaha und Patric Deitunga eingeladen, eine langjährige Freundschaft, von der sie sich verabschieden mussten. Besonders hatte Nora einen sehr engen Kontakt mit Jaha. Das Lebewohl würden allen sehr schwerfallen. 

Sie saßen sich noch einmal auf der Gartenterrasse ihres Hauses gegenüber, das nächste Woche dem neuen Besitzer übergeben werden sollte. Die Stimmung war, als ob ein Tornado im Anzug wäre. Er sah zu Patric und spürte eine Nervosität, die er bei ihm noch nie festgestellt hatte. Er, ein wuchtiger Riese mit übergroße Pranken, Augen die forsch in die Welt blickten und ihm nichts aus der Ruhe bringen konnte. Und jetzt diese Unruhe? Was war passiert?  Doch heute lag etwas in der Luft, was ihm zu schaffen machte. Auch Jaha, eine temperamentvolle und stets lachende Frau, machte ein Gesicht, als wenn die Sonne untergeht und nie mehr aufsteigen würde. 

„Was ist los?“, bohrte er und ahnte zugleich, dass er eine böse Antwort erhalten würde. Patric zog an seiner Pfeife und stieß den Rauch aus, dass wie ein Seufzer klang. „Jürgen, wir gehen sehr unruhigen Zeiten entgegen.“ Er machte eine Pause, als ob er vorher noch überlegen musste, was er sagen wollte. „Eigentlich hätte ich nicht das Recht euch heute zu besuchen, aber da ihr ja bald verschwindet, mussten wir einfach kommen. Allerdings brauchen wir auch Ablenkung und vor allen Dingen euren Trost. Ich muss mit euch darüber reden!“ 

„Um Gottes Willen was ist passiert?“, fragte Nora erregt und fuhr sich über ihre Haare, für ihn immer ein Zeichen ihrer großen Nervosität. 

Jaha wischte sich die Tränen aus den Augen. Ihre Hände zitterten. Patric lehnte sich zurück und begann mit verzweifelter Stimme zu sprechen. 

„Wie ihr wisst, hat mein Bruder in Seeheim eine Autoreparaturwerkstätte und drei Mitarbeiter beschäftigt. Vor drei Tagen klopfte die Polizei an meine Tür.“ Er konnte sich nicht mehr halten, stand auf und rannte wie ein wildes Tier auf und ab. „Wie so etwas möglich sein kann, mit so einer Menschverachtung! Fruchtbar!“  

„Erzähle!“, schrie Nora mit überschlagender Stimme. 

„Mein Freund, der Generalinspekteur George Antheil hatte mir diese entsetzliche Botschaft gebracht.“ Er machte wieder eine Pause, setzte sich wieder und beugte sich nach vorne. „Vor vier Tagen hatte eine Gruppe von fanatischen Gläubigen sie überfallen und alle bestialisch getötet. Nur meine Schwägerin hatte sich retten können und liegt jetzt im Medical Krankenhaus. Alle haben sie getötet, auch seine Mitarbeiter. Meinen Bruder haben sie geköpft und seinen Kopf an seinen Haaren an einem Baumbast angebunden.  Neben seinem Kopf haben sie eine braune Fahne mit einem speienden Vulkan gesteckt und mit Gottes Erleuchtung beschriftet. Daneben haben die Schweine ein Plakat an seinem Jeep angebracht mit dem Vermerk: Die Erleuchtung fegt alle Ungläubigen in die Hölle. Und dann wurde alles noch ins Internet gestellt.“ 

Jürgen konnte keine Worte finden. Nora setzte sich neben Jaha und streichelte ihr Gesicht. 

„Ich bin am Boden zerstört“; fuhr Patric fort. Ich konnte die ganze Zeit mit keinem Menschen darüber sprechen und habe versucht das Geschehen mit Alkohol zu verdrängen. Aber es ist geschehen, muss mich der Wahrheit stellen und ich sehe sehr schwere Zeiten auf uns zukommen.“ 

„Was sind das bloß für Menschen!“, brüllte Jürgen. 

„Und das ist nicht alles“, fuhr er fort. „George offenbarte mir, dass das kein Einzelfall ist und sich diese Verbrechen seit letzter Zeit häuften.  In Gobabis haben die Schweine eine ganze Farm vernichtet und alle umgebracht. In Mariental konnte das durch schnellen Einsatz der Police Force verhindert werden.“ 

„Kommt mit nach Deutschland“, schlug Nora vor. „Wir haben nahe Heidelberg ein Haus gekauft. 

„Nichts ist mehr sicher“, schrie Patric. „Auch in anderen afrikanischen Ländern sind ebenfalls Fälle bekannt geworden. Da passiert etwas, wovon wir noch keine Ahnung haben. Mein Gott, was kommt auf uns zu?!“