Larissa

ISBN 978-3-75410-363-0   (Buchhandel, Amazon) 

 

 

Berthold Kerper, ein Frauenheld, der schon viele Frauen enttäuscht zurückließ, hat sich geschworen, nie eine Ehe einzugehen.  Als er jedoch auf einer Veranstaltung Larissa Germann, die Tochter eines reichen Papierfabrikanten kennenlernt, schwinden alle seine Vorsätze. Zum ersten Mal in seinem Leben erwacht in ihm  die große Liebe, die von Larissa erwidert wird. 

 

Larissa ist mit Martin Reichert, einen Bankdirektor verlobt, der auf sie krankhaft versessen ist und sie nicht freigibt. Er droht  ihr, Berthold Kerper und ihren Vater liquidieren zu lassen, wenn sie sich nicht von Kerper trennt. Larissa und Berthold ahnen nicht, dass er der Kopf eines Drogensyndikats ist. Als er auffliegt, taucht er unter   und wird von Interpol gesucht. Aus den Untergrund heraus, macht er seine Drohung wahr. Larissa ist verzweifelt und hegt den Gedanken sich ihm auszuliefern. Berthold und sein Freund Felix Wagner  nehmen den Kampf  auf...

Leseprobe

 

 

„Das verspreche ich dir!“ antwortete Larissa 

„Wann wollt ihr  heiraten?“ 

„So schnell als möglich“, antwortete sie.“ 

Dann habe ich jetzt eine Sorge weniger aber auch eine mehr.“ 

„Wie soll ich das verstehen?“ wollte sie wissen. 

„Ja, darüber will ich mich jetzt mit euch unterhalten.“ 

Er machte eine Pause, ging wieder zur Bar, holte sechs Sektgläser aus seinem Barschrank, - während Larissa den Champagner aus dem Kühlschrank holte und einschenkte. Er setzte sich wieder, zog bedächtig an seiner Zigarre während Lari noch näher zu mir heran rückte. Ich glaubte zu erkennen, dass er sich große Sorgen machte und   ich sollte Recht behalten. 

„Es geht um Martin“, begann er erneut. „Ich bin  froh, dass ich den Mann welchen ich nie leiden konnte, - nicht mehr begegnen  muss.“ 

„Das ist mir bekannt. Aber schließlich bin ich alt genug um zu wissen wie ich mich zu entscheiden habe.“ funkte  Lari verärgert dazwischen.  

„Es hat nicht viel gefehlt, du hättest dich falsch entschieden. Als ich dann sah wie du in deinem Leben endlich einmal das erste Mal richtig verliebt warst, da habe ich die Initiative ergriffen. Ich bin zu Berthold gegangen und als ich ihn dann kennenlernte, war er mir sofort sympathisch. Vor allen Dingen hat es mir sehr angetan, als er von den drei Säulen der Liebe erzählte - - - -- 

„Von den drei Säulen?  was ist damit gemeint?“, unterbrach sie erregt ihren Vater. 

„Das soll er dir selber sagen.“ 

Lari sprang auf mein Schoß, bis mir leicht ins Ohr und flüsterte „Schatz, sag was sind das für Säulen?“ 

Ich grinste, verzog schmunzelnd meine  Lippen und flüsterte ihr ins Ohr,   „wenn du einmal ganz lieb zu mir bist, – dann könnte ich dir vielleicht etwas über diese drei Säulen erzählen.“            

„Es wäre sehr schön Larissa, wenn du mich nicht immer unterbrichst und mir zuhörst“, ärgerte sich Friedrich. 

„Aber ich darf auf dem Schoß von meinem Schatz sitzen bleiben?“  fragte sie ihn mit einem verschmitzten  Lächeln.  

„Wenn er dein Gewicht aushält, -  bitte. Aber ab sofort unterbrichst du mich nicht mehr!“ 

Dieser energische Tonfall von Friedrich, - das war für mich neu. Ich spürte aber auch  seine Sorgen und wurde das Gefühl nicht los, dass wir heute etwas erfahren würden,  was einiges verändert könnte. Yvonne stand auf und schenkte uns nach, wir erhoben unsere Gläser, prosteten uns zu und dann begann er zu sprechen.   

„Larissa wusste ...... dass ich gegen Martin war. Doch es war stets mein Grundsatz sich niemals einzumischen. Aber hier musste ich mich einmischen.  Doch was sollte ich tun?  Wenn ich meinen Einfluss auf Larissa ausgeübt hätte, hätte ich bei ihr genau das Gegenteil erreicht. Irgendwie war Martin mir zeitweise unheimlich. Ich wollte Gewissheit und so setzte ich  Privatdetektiv Stein auf ihn an. Über ihn  erhielt ich mit dem Professor  Hans Hamann Kontakt, der freundschaftlich eng mit Martins Eltern verbunden war. Was ich von ihm erfuhr, bescherte mir schlaflose Nächte.  hatte eine sehr enge Freundschaft  mit  Martins Eltern.“ 

Er machte eine kleine Pause. Es fiel ihm sichtlich schwer weiter zu sprechen. Lari setzte sich wieder in den Sessel und schaute gebannt auf ihrem Vater. Die Unruhe hatte sich auch bei Felix und Yvonne ausgebreitet. 

„Martin Reichert ist geistig krank“, fuhr er fort, soweit man überhaupt von einer Krankheit sprechen kann. Martin Reichert ist ein gespaltenes Wesen. Er lebt zwischen Genie und Wahnsinn. Es gibt bei ihm Zeiten wo er ganz normal ist. Schlagartig ändert  sich sein Wesen und wird zur Bestie. Um seinen Willen durchzusetzen ist ihm dann jedes Mittel recht. Er  ist hoch gefährlich. Wie mir der Professor sagte, ist er vom Charakter her die Boshaftigkeit in Person.   

„Das ist nicht wahr“, entrüstete sich Lari. „Aber“, begann sie erneut, habe ich ihn heute wie einen Wahnsinnigen erlebt. Ich erschrak,  als er vor lauter Wut Schaum vor den Mund hatte.“ 

„Das ist er, Larissa. Bei dir hatte er seine Boshaftigkeit im Zaum gehalten und auch das nur mit größter Anstrengung. Manchmal besaß er einen stechenden, kühlen und kalten Blick. Der Blick einer Schlange. Du hast es nicht gesehen oder wolltest es nicht sehen.“ 

„Doch wenn ich jetzt darüber nachdenke, fand ich dass er von Zeit zu Zeit irgendwie anders war“, erwiderte sie nachdenklich. 

 „Als er 16 Jahre alt war, hatte er mit seinem Freund Streit. Dieser Streit endete tödlich.“  

„Das ist ja furchtbar“, entsetzte sich Yvonne. 

„Das ist wohl entsetzlich“, sagte Felix. Aber was geht uns das noch an? Er hat in jungen Jahren wohl eine große Schuld auf sich geladen, aber wir haben mit ihm nichts mehr zu tun. Larissa hat sich für meinen Freund entschieden, und damit ist doch diese Episode Vergangenheit.“ 

Friedrich sagte dazu nichts,  er schüttelte mit dem Kopf, und lehnte sich  in seinen Sessel zurück.  Tiefe Sorgenfalten hatten sich auf seiner Stirn eingegraben. „Nein, er wird nicht nachgeben“ sagte er nach einer Sprechpause.  Bei Lari meinte ich Angst festzustellen. Sie stand auf, ging ans Fenster, ihr Blick nach draußen gerichtet und rührte sich nicht. Ich wollte aufstehen und zu ihr gehen. Friedrich gab mir ein Zeichen sitzen zu bleiben. Er führte weiter aus: 

„Das ist jedoch leider nicht alles. Martin stammt aus einem sehr vermögenden Elternhaus. Die Eltern besaßen zwei 5-Sterne Hotels,  eins hier in Dresden und das andere in Hamburg.  Mit seinen Eltern hatte er ein sehr schlechtes Verhältnis. Da der Professor und Freund auch Martin sehr gut kannte und durchschaute, machte er sie auf sein Wesen aufmerksam. Die Eltern von Martin glaubten oder wollten ihn nicht glauben. Seine zeitweise eigenartige Veränderung taten beide als launisch  ab und meinten dass sie ihm zu wenig Verantwortung übertragen hatten. So schickten sie ihn als Hoteldirektor in ihr Stammhotel hier nach Dresden. Dort schikanierte er  die Bediensteten.  Wer nicht  nach seiner Pfeife tanzte, wurde sofort entlassen. Er war nicht fähig das Hotel zu führen und es ging schnell steil bergab. Die Eltern welche die Hotels gegründet und zu einem großen Ansehen gebracht hatten, waren verzweifelt.  Das Verhältnis innerhalb der Familie verschlechterte sich immer mehr. Es wurde nur noch heftig gestritten. Am zweiten Weihnachtsfeiertag  kam es mit den Eltern zu einer großen Eskalation.  Bei diesem Streit wurde Martin handgreiflich und schlug seinem Vater den Stuhl auf dem Kopf.  Die Mutter die zur Hilfe eilte, erhielt einen Faustschlag in den Magen. Danach verschwand er einfach aus dem Haus. Die Haushälterin welche das Geräusch gehört hatte, fand schließlich seine Eltern auf dem Boden liegen. Im Krankenhaus stellte man bei Jürgen Reichert eine schwere Gehirnerschütterung fest.  Maria Reichert hatte keine ernsthafte Verletzung.“ 

Lari setzte sich neben ihren Vater, schaute ihn traurig und mit verständnislosen Augen an und sagte mit ruhiger, aber sorgenvoller Stimme „warum Dad, - warum hast du mit mir darüber nicht gesprochen? Ich versteh dich nicht.“ 

„Ja, ich hätte mit dir  schon  früher sprechen müssen. Aber ich glaubte das du Martin  Reichert niemals heiraten würdest und   früher und später alles in den Sand  verläuft. Ich habe mich getäuscht und gewaltig geirrt. Immer hoffte ich, dass du bei den vielen Freiern einer dabei ist, welchen du dein JA-Wort geben würdest. Und du hattest viele tolle Freunde. Aber du hast mit denen nur gespielt, die du verzweifelt zurückgelassen hattest.  Dann, wie aus heiterem Himmel erschien Berthold und ich merkte, dass du das erste Mal in deinem Leben richtig verliebt warst.  So kannte ich dich bisher noch nicht. Als ich dann Berthold kennenlernte, da betete ich, - dass du ihn heiratest. 

„Hat man Martin daraufhin  nicht verurteilt?“, fragte Yvonne 

„Er hatte ein lückenloses Alibi. Die Haushälterin welche einen Verdacht hätte aussprechen können, wusste von nichts. Es war klar dass sie ihn aus Angst deckte oder viel Geld erhalten hatte. Das wusste auch die Polizei, hatte  aber auf Grund seines lückenlosen Alibis und dem Schweigen der Haushälterin keinerlei Handhabe.“ 

„Warum haben die Eltern nichts unternommen?“ wollte Felix wissen. 

„Die Eltern wollten nichts aussagen und lenkten den Verdacht auf einen Einbrecher. Nach einem Jahr  gingen sie nach Mallorca zu  ihrem Ferienhaus. Nach etwa einer Woche ihres Aufenthaltes in Mallorca  brannte das Ferienhaus bis auf die Grundmauern nieder. Die Eltern konnten nur noch Tod geborgen werden.  Die dortige Polizei fanden in einem Abstellraum beim Nachbarn zwei leere Benzinkanister.“ 

Friedrich stand auf und ging zu seiner Bar. Lari war inzwischen aufgestanden und  ging zu ihren Vater. Sie klammerte sich an einen Barhocker  und wankte leicht. Ich wollte zu ihr gehen, doch Yvonne hielt mich zurück. 

„Mein Gott, - und dann hatte ich längere Zeit mit ihm Kontakt und war blind. Dad, ich mache dir trotzdem große Vorwürfe, dass du mich so lange  in Unkenntnis gelassen hattest.“ 

„Ich wusste nicht wie du reagierst. Ich kenne deine Sturheit.  Außerdem wollte ich ganz sicher sein. Abgesehen davon, habe ich diese Informationen erst vor etwa einem Monat erhalten. Entschuldige.“ 

„Ist schon gut. Ich glaube ich hätte ihn letzten Endes sowieso nicht geheiratet und zum Schluss mit „nein“ geantwortet.“ 

„Machen wir erst einmal eine kleine Denkpause und sagt mir was ich euch noch anbieten darf.“ 

 Wie winkten alle ab.  „Das ist alles so dramatisch“, entgegnete ich, „dass ich einen Whisky brauchte.“ 

„Ich auch“, sagte Felix und streckte den Finger. 

Friedrich schenkte uns ein, wir gingen an die Bar, erhoben unsere Gläser und tranken den Inhalt mit einem Schluck leer. Lari legte ihren Arm über meine Schulter und forderte ihren Vater auf weiter zu erzählen. Felix kam ihm zuvor und stellte die Frage: 

„Warum hatte man ihn nicht verurteilt?“ 

„Natürlich“  begann Friedrich, „viel der Verdacht sofort auf Martin. Aber auch hier hatte er ein so lückenloses Alibi, - dass bald  darauf die Ermittlungen gegen ihn wieder eingestellt werden mussten. Die Eltern hatten vorher schon das Testament geändert, haben Martin, ihr einzige Kind enterbt,  verfügt, dass nach ihrem Tode beide Hotels verkauft werden und der Erlös an die Krebsforschung überwiesen werden muss. Eine Abschrift vom Testament hatten sie Martin zugeschickt. Ich bin  sicher, dass dieses ein großer Fehler war und er deshalb zum Mörder  seiner Eltern wurde. Doch durch sein Alibi konnte er den Brand nicht gelegt haben. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass er mindestens den Auftrag dazu gab. Aber es geht noch weiter.“ 

„Was denn jetzt noch?!“,  sprach Lari  mehr zu sich selbst und sie bedeckte mit ihren Händen ihr Gesicht. 

„Prinzessin ich kann mit dir mitfühlen und es schmerzt mich dich leiden zu sehen.“ 

„Und ich hatte die ganze Zeit einen Verbrecher und Mörder als meinen Freund. Das ist entsetzlich!“ 

„Stell dir vor du hättest ihm wirklich dein JA-Wort gegeben, - nicht auszudenken. Aber Gott sei Dank ist dieses abgewendet worden. Doch ich will weiter erzählen.“ 

Er machte wieder eine Pause und sah jedem von uns wie in Gedanken versunken an. Ich fühlte wie es ihm sichtlich schwer fiel weiter zu sprechen. Mit  erregter Stimme setzte er seine Erzählung fort: 

„Ich bin schuld, dass ein Mann hatte sterben müssen. Ich mache mir große Vorwürfe. Der Detektiv Fritz Steiner hatte sehr gute Arbeit geleistet, andernfalls wäre ich nicht zu den Informationen gelangt. Nach dieser Informationsflut wollte ich ihn entlassen, denn mehr Infos brauchte ich ja nicht.  Leider setzte ich meinen Entschluss nicht sofort in die Tat um. Vor zwei Wochen, es war Sonntagmorgen, schellte das Telefon, ich nahm den Hörer ab und erkannte an der Stimme sofort das es  Detektiv Fritz Steiner war. Er war furchtbar aufgebracht und sprach in schnellen Sätzen, dass er einem großen Verbrechen auf der Spur wäre. Was er da sagte und danach passierte, werde ich niemals vergessen.“ 

Er wollte weiter sprechen, als es an der Tür klopfte. Nach einem „herein“ betrat die Haushälterin Emma Hansen den Raum und fragte, ob sie irgendwie etwas bringen darf. Friedrich überlegte kurz und bat, dass sie uns eine kleine kalte Platte